Der Mann und die Geburt

 

Als Doula werde ich immer wieder mit dem Thema "Männer und Geburt" konfrontiert. Nicht zuletzt auch, weil meine Rolle im Gebärsaal ähnlich wie die des Partners ist und ich noch weiss, wie ich mich zu meinen Anfängen als Doula gefühlt habe. Schliesslich ist es das oberste Wohl des Mannes, seine Frau unter der Geburt so gut wie möglich zu betreuen und unterstützen. Doch was ist, wenn das nicht der Fall ist? Was ist wenn der Partner...

... sprachlos wird vor "Überforderung" und die Wünsche der Frau nicht erfüllen kann?

... "zuviel" versucht zu machen aus Unsicherheit?

... Zweifel über den natürlichen Geburtsvorgang verspürt?

... das Geburtsgeschehen als einen Gewaltakt wahrnimmt?

... nicht mit zur geburt möchte?

... einfach auch Vater werden möchte?

Alle diese Fragen haben für mich nichts mit versagen oder ähnlichem zu tun. Ganz im Gegenteil: ich finde es unglaublich wichtige und relevante Fragen, die sich alle Paare (im besten Fall) bereits vor der 1. Geburt vor den Augen halten sollten. Oftmals wird der werdende Vater in der Schwangerschaft kaum bis fast nicht in die Geburtsvorbereitung miteinbezogen. Doch dann unter der Geburt prasseln einen riesen Haufen von Emotionen auf den Mann ein, mit denen er vielleicht im ersten Moment gar nicht wirklich klar kommt.

In gemeinsamen Gesprächen ist der Fokus immer auch auf die Bedürfnisse des Mannes gelegt und wir können alle Optionen besprechen, damit es für alle stimmig ist. Weisst du, dass sich eine Frau unter der Geburt am besten entspannen kann, wenn das Geburtsteam frei von Ängsten und Unsicherheiten ist?!

«Frauen und Hebammen werden gebraucht,

die aus Erfahrung den Frauen sagen:

Ihr könnt gebären, ihr tragt die Kraft und die

Macht dazu in euch»

H. Stäheli Oosterveer